Rätsel der Menschheit

Von Ben Dover

Werte Leserschaft,
nur höchst ungern möchte ich diesen dümmlichen Publikationen von Verschwörungstheoretikern Vorschub leisten, dennoch quält mich seit einiger Zeit eine Frage, die mir nachts nachgerade den Schlaf raubt, zumal sie einige Fakten enthält, über die wir alle nachdenken sollten.

Wir wir alle wissen, ermöglichte es nicht zuletzt der Werkstoff Teflon, zum Mond und wieder zurück zu fliegen. Warum, in drei Gottes Namen, kann ich dann keine beschissene Bratpfanne in der Spülmaschine waschen?!

Ich möchte sie ersuchen, den unflätigen Gossenjargon zu entschuldigen, doch diese Tatsache echauffiert mich derart, daß mir schier die Hutschnur platzt.

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9 gehaltvolle Beiträge zu “Rätsel der Menschheit”

  1. Ikkuke Muschisan sabbelt:

    Ich muss sie leider darauf hinweisen, dass das reinigen von Teflon-beschichteten Bratpfannen namhaften Herstellers in meinem automatischen Geschirreinigerautomaten fuehrender Marke keinerlei Probleme mit sich bringt…

  2. Rudolph Möshammer sabbelt:

    Tja, Herr Dover, dann haben sie wohl Gelumpe gekauft.

  3. Ben Dover sabbelt:

    Werte Herren,
    offenbar verkennen sie beide den Ernst der Lage: Gerade wenig namhafte Hersteller billiger teflonbeschichteter Bratpfannen geben häufig zu Protokoll, daß ihre Produkte problemlos im Geschirrspülautomaten gereinigt werden können, obwohl führende internationale Haushalts-Experten der Ansicht sind, daß dies die empfindliche Antihaft-Oberfläche nachhaltig schädigt.
    Mir vorzuwerfen, ich hätte zu qualitativ minderwertiger Ware gegriffen grenzt im Übrigen an einen Affront, selbstredend verfüge ich über einen Geschirrspüler des Weltmarktführers, verwende ausschließlich Reinigungsmittel, die dieser Hersteller empfiehlt, sowie hochwertige, massive Bratpfannen namhafter Herkunft.

  4. Rudolph Möshammer sabbelt:

    Herr Dover, sie haben in dreierlei Hinsicht einen Fauxpas begangen, der sich aus meiner Sicht nur schwer entschuldigen lässt. Ich bitte, ihre geschätze Aufmerksamkeit auf folgnde Netz-Seiten zu lenken:

    http://www.zeit.de/2003/29/Stimmts_zerkratzte_Pfannen
    http://www.der-gruene-faden.de/text/text738.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pfanne

    Sie erfahren zum Beispiel, daß Teflon keinesfalls ein Abfallprodukt der Raumfahrt ist, sondern das eben jener Sachverhalt eine urbane Legende darstellt. Ausserdem ist die Lebensdauer einer Teflonpfanne begrenzt, egal welchen Hersteller sie wählen, weil das prinzipbedingt nicht anders möglich ist. Es muss zudem davon ausgegangen werden, dass wir einen gewissen Teil der Beschichtung mitessen, was jedoch nach Expertenmeinungen unschädlich ist. Weiterhin erfahren sie, das Profis Pfannen aus geschmiedetem Eisen verwenden.

    Eben diesen Sachverhalt habe ich durch mein saloppes “Gelumpe” ausgedrückt. Sie stellen urbane Legenden als Sachverhalt hin, lassen zu, dass abgehende Teflon-Beschichtung den Geschmack hochwertiger, kurz gebratener Fleischgerichte beeinträchtigt, und outen sich ausserdem als billige Haushaltsschlampe.

    Der Profi verwendet anderes Kochgerät, auch wenn das mit höherem Pflegeaufwand verbunden ist.

  5. Ben Dover sabbelt:

    Werter Herr Möshammer, werte Leserschaft,
    ich möchte mich in aller Form bei ihnen entschuldigen: In der Tat saß ich der urbanen Legende, Polytetrafluorethylen sei ein Produkt der amerikanischen Raumfahrtbehörde, auf. Dies mag unter Anderem daran liegen, daß wenig namhafte Küchenutensilien-Hersteller oftmals mit Phrasen wie “aus der Weltraumforschung!” werben. Tatsächlich besitze ich ein Spätzlebrett, das laut der beigelegten Verbraucherinformation aus Raumfahrt-Kunststoff gefertigt ist.
    Auch haben Sie, zumindest teilweise, Recht mit Ihrem Hinweis zur optimalen Bratpfanne: Für eine Vielzahl von Fleischspezialitäten, insbesondere Kurzgebratenem, ist in der Tat eine gußeiserne Pfanne das Gerät der Wahl. Anzumerken bleibt jedoch, daß auch diese keinesfalls im Geschirrspüler zu reinigen ist, und daß abgehende Antihaft-Beschichtung nicht den Geschmack der Speisen beeinträchtigt.

  6. Benni Schart sabbelt:

    Bravo!

    Die Formulierung “da platzt mir die Hutschnur” erhellt immer wieder meinen Alltag, Herr Dover! 😉

  7. Herr Ruin sabbelt:

    Sehr geehrte Leserschaft,

    Die Wundersubstanz Teflon wurde bei Raumfahrtmissionen zwar großzügig eingesetzt, keineswegs aber eigens dafür entwickelt. Die erste Teflonpfanne konnte man schon 1954 in Frankreich kaufen, vier Jahre bevor Sputnik 1 die ersten Piepssignale aus der Erdumlaufbahn sandte; und das Material an sich – chemisch Polytetrafluorethylen (PTFE) – wurde bereits in den 30er Jahren entdeckt – durch einen Zufall.

    Genaugenommen begann die Entdeckungsgeschichte des Teflons noch viel früher. Im Jahre 1851 wurde dem Amerikaner John Gorrie das Patent für ein „Gerät zur künstlichen Produktion von Eis bei tropischen Temperaturen” zuerkannt – der Urahn des modernen Kühlschranks war geboren. Bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts aber gab es Probleme mit den eingesetzten Kältemitteln. Ethylen, Ammoniak oder Schwefeldioxid, die in den Kühlleitungen zirkulierten, neigten leider dazu, sich über kleine Lecks in der Küche auszubreiten.

  8. Pit sabbelt:

    Liebe Leute,

    das Kochen oder Braten in Teflonpfannen als solches ist so salongfähig geworden
    das selbst die Fernsehköche diese ohne Scham verwenden um darin fröhlich dem Volke vorzubruzzeln.

    Ich möchte hier noch mal ausdrücklich darauf hinweisen das eine Teflonpfanne so oder so als Küchenschrott anzusehen ist. Man kann in Ihr nix schneiden nix stochern, nicht kratzen oder mit einem Metallwender wenden oder heben. So würde es mich auch nicht wundern wenn man diese wundersammen Geräte nicht mal in der Spühlmaschine reinigen darf, weil diese eben sowieso für nix gut sind.
    Richtig heiß machen darf man sie übrigends ja auch nicht, schon mal was von scharfem anbraten gehört, vergiss es mit der Teflonpfanne.
    Es ist also vollkommen logisch solchen Schrott auf den Mond zu schießen, daher sicher auch die Annahme des Volxmundes Teflonpfannen wären ein Abfall aus der Raumfahrtentwicklung.
    Kein vernünftiger Koch würde je eine Teflonpfanne benutzen, übrigends sind quasi alle Teflonpfannen aus Aluminium und Aluminiumpfannen sind wiederum eh Schrott.
    Für den Könner bleibt nur die Stahlpfanne, ob Normalstahl oder Edelstahl ist egal.
    Für den Elektroherd empfiehlt sich die Edelstahlpfanne mit plangedrehten Boden,
    für den Gasherd reicht auch eine einfache Stahlblechpfanne. Je älter solche Pfannen werden umso besser läßt sich darin kochen.
    Eine Stahl oder Eisenblechpfanne ist eine Anschaffung fürs Leben deswegen gibts auch überall teflonbeschichtete Alupfannen, die halten keine 2 Jahre.

    Grüße

    Pit

  9. Tobias Forstmeier sabbelt:

    Richtig guter Beitrag zu einem echt interessanten Thema. Les ich immer wieder sehr gern

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