Berichtenswertes vom Drehgrillfleisch-Stand

Von Rudolph Möshammer

Wenn ich in der nahegelegenen Kleinstadt unterwegs bin, so genehmige ich mir oft einen Döner Kebap vom Drehgrillfleisch-Stand meines Vertrauens.

Ich bestelle meist mit folgendem Satz: “Einmal mit allem, scharf bitte”. Darauf hin fängt der Döner-Verkäufer an, das Fleisch herunterzuschneiden und gekonnt im selbstgebackenen Fladenbrot anzurichten. Kurz darauf kommt die Rückfrage “Mit Allem?”, welche ich natürlich mit “Ja!” beantworte. Zwei Minuten später folgt die Frage “Scharf?”, welche ich natürlich auch mit “Ja!” beantworte.

Diese Szene hat sich an besagtem Stand schon mehrfach genauso abgespielt, und so wundere ich mich immer über die Rückfragen, obwohl ich ja eingangs korrekt bestellte. Entweder kommt es zu Verständnisproblemen mit den türkischstämmigen Döner-Verkäufern, oder es sind einfach die gleichen Fragen, welche er am Tag zigmal monoton abarbeitet, ohne sich dessen bewusst zu sein, und ohne genau auf die mündliche Bestellung zu achten.

Der Döner Kebab ist wie natürlich wohlschmeckend, aber die Situation bringt mich doch jedesmal wieder zum Schmunzeln, scheint sie doch ein fester und erwarteter Bestandteil einer jeden Döner-Kebab-Bestellung zu sein.

Autismuspunkte:

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10 gehaltvolle Beiträge zu “Berichtenswertes vom Drehgrillfleisch-Stand”

  1. Ikkuke Muschisan sabbelt:

    Selbiges Verhalten laesst sich aber auch problemlos in namhaften Schnellrestaurants beobachten. “Ich haette gerne das —Menue mit Cola und Ketchup.” – “Getraenk” “Cola” – “Majo oder Ketchup” “Ketchup”.

    Ich mutmasse daher frech, dass derartige Situationen nicht sprachlichen sondern geistigen Barrieren entspringen.

  2. Mr Gaylord sabbelt:

    Dies scheint in der Tat kein locales, sondern ein bundesweites wenn nicht international, globales sonnensytematisch-universelles Problem zu sein. Ich denke Mosermoehsy kommt im dritten Absatz seines Aufsatzes zu dem richtigen Schluss. Es liegt an schwacher Auffassungsgabe verbunden mit monotonen Arbeitsschritten und dem Flieszbandprinzip – blosz keine Individualitaet fuer eine Doenerbestellung zulassen. Vielleicht sollten Sie, Herr Mosermoehsy, sich durch ein bestimmtes Verhalten derart in das Hirn des Doenermanns einbrennen, dasz er Ihnen in Zukunft immer ganz genau zuhoert.

  3. Keker Vozeleck sabbelt:

    test!

  4. Keker Vozeleck sabbelt:

    Nachdem mein mehrseitiger Beitrag verschütt ging, hier eine knappe Zusammenfassung des Berichtes:
    Anstatt die geistige Verfassung der Verkäufer/innen in Zweifel zu ziehen sollte darauf hingewiesen werden das vielmehr ein Selbstschutz des homo sapiens zum Einsatz kommt: Anstatt den monotonen Broterwerb die Hirnrinde vermodern zu lassen, überlassen die Bediensteten vielmehr ihrer körperlichen Hülle die immergleichen Aufgaben und referieren mental über weit wichtigere Themen wie Lösung mehrdimensionaler Integral- und Differentialgleichungen und/oder philosophischer Grundsatzdiskussionen.

  5. Keker Vozeleck sabbelt:

    Somit wird jedwede zwischenmenschliche Kommunikation mit diesen vergeistigten Scheinwesen ad absurdum geführt und vom normalen Pöbel abweichende Bestellaufgaben von selbigen direkt in eine ungebenutzte Hirnregion transferiert um keine weiteren Kapazitäten für die weit wichtigeren Aufgaben zu verschwenden.

  6. Mr Gaylord sabbelt:

    Interesanter Ansatz! Leider ist es aber haeufig so, dasz diese Menschen ein kaum durchgeistiges Gesicht haben, sondern eher duemmlich aussehen. Dasz Aussehen und Intelligenz in enger Verbindung zueinander stehen – ist ja unbestritten.

  7. Dick R. Suck sabbelt:

    Herr Gaylord,
    Sie vergaßen leider, zu erwähnen, daß Aussehen und Intelligenz zwar in enger Verbindung stehen, allerdings ist diese Verbindung umgekehrt propotionaler Art. Einige Beispiele aus dem näheren Umfeld können dies sicher belegen.
    Ich möchte an dieser Stelle dennoch meine praxiserprobte Vorgehensweise präsentieren, da ich auch Opfer der beschriebenen Problematik beim Bestellen schmackhafter Nahrungsmittel geworden bin.
    Ich verwende hier mittlerweile die Methodik der minimal nötigen Informationsmenge. In der Praxis bedeutet das, dem Gegenüber nur die zum jeweiligen Zeitpunkt notwendige Menge an Informationen zur Verfügung zu stellen, die zum Fortschreiten im Bestellprozess benötigt wird. Im Falle des Herrn Möshammer würde dies etwas bedeuten, “Ein Kebap bitte” zu äußern, und dann erst auf die monoton abgespulten Standardfragen einzugehen, wenn diese auch gestellt werden.
    Zumindest hat sich diese Vorgehensweise in einem becannten Schnellessenrestaurant, dessen erste Filiale in San Bernardino, Kalifornien gegründet wurde, durchaus bewährt.

  8. Keker Vozeleck sabbelt:

    Wen dem so wäre müßten die meisten Autoren hier in diesem Block dümmer sein als (Zitat) “ein LKW voller Spanplatten.. .. .. und auf dem Beifahrersitz liegt auch noch eine”.

  9. Dick R. Suck sabbelt:

    Herr Vozeleck,
    Sie würden damit implizieren, daß die hier anwesenden Autoren alle im Bereich von Topmodels anzusiedeln wären. Da ich persönlich den Großteil der Autorenschaft zu cennen glaube, so muß ich Ihrer Behauptung in diesem Punkt klar widersprechen.

  10. Keker Vozeleck sabbelt:

    In der Tat, da sich mein Kommentar eigentlich auch auf den Vorgängerschreiberling bezog, Sie, werter Herr Suck aber etwas schneller waren!

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