Verwirrende Geschäftspraktik
Von Dick R. SuckWerte Leserschaft und Mitautoren,
schon lange quält mich eine uneinheitliche und zuweilen etwas befremdliche Geschäftspraktik in einer namhaften Schnellesskette mit der Krone. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, ist dort bei der Bestellung eines Menüs ein Beutel Ketchup oder Mayonnaise im Preis inbegriffen. Ich möchte an dieser Stelle nicht darauf eingehen, daß diese Produkte auf dem Tablett/Papierunterlage verteilt werden müssen aufgrund fehlendem Becherbehältnisses.
Vielmehr möchte ich auf das folgende Phänomen hinweisen, wenn man stattdessen eine wohlschmeckende Sauce erwerben möchte: Je nach Stätte, Uhrzeit, Schalterpersonal und vielleicht auch Mondphase ließen sich die folgenden Praktiken erkennen:
- Ich zahle keine Aufpreis und bekomme statt Ketchup/Mayonnaise die gewünschte Sauce,
- Ich zahle 25 E-Cent Aufpreis und bekomme statt Ketchup/Mayonnaise die gewünschte Sauce,
- Ich zahle 25 E-Cent Aufpreis und bekomme die gewünschte Sauce sowie einen Beutel Ketchup.
Dies beeinträchtigt mich regelmässig in meinem fest einprogrammierten Bestellritual, sodaß ich beim Verzehr mehrere Minuten über das Geschehen reflektieren muss. Ich denke, man sollte hier seitens des Dienstleisters zu einer Autismus freundlicheren Vorgehensweise übergehen.
Herzlichst,
Ihr Dick R. Suck
Autismuspunkte:



January 10th, 2010 am 6:24 pm
Verehrter Herr Suck,
und Sie sind sich ganz sicher, dass Ketchup im Preis inbegriffen ist? Das verwirrt mich jetzt, da ich immer der Annahme unterlag, hierfür einen horrenden Aufpreis entrichten zu müssen.
Es steht aber außer Frage, dass die längs geschälten Kartoffelprodukte OHNE die tomatenbasierte Gewürzmischung als ungeniesbar gelten.
January 13th, 2010 am 11:05 am
Sehr geehrter Herr Suck,
lassen Sie mich anmerken, dass beim Kronenbrater lediglich von
‘Pommes – Frites – Sauce’ die Rede ist.
Eine Bezeichnung als Mayonnaise verbietet sich wohl aufgrund des
hohen Wassergehaltes.
Während bereits eine schnöde Salatmayonnaise 50% Fettgehalt aufweisen muss, um sich als solche bezeichnen zu dürfen, gelten hier bei ‘Mayonnaise’ mit 70% oder gar Delikatess – Mayonnaise mit 80% noch strengere Maßstäbe.
Eine kurze Recherche ergab, dass das fragliche Produkt lediglich einen
Fettgehalt von 25% aufweist.
Mit freundlichem Gruß,
E. Stänglmann
January 27th, 2010 am 3:20 pm
Voll innerer Freude konnte ich am dieswöchigen Montag ein weiteres Mal die dritte Variante notifizieren. So wurde mir der Aufpreis verrechnet, ich bekam allerdings zusätzlich eine Verpackungseinheit Ketchup, welche ich zu wohltätigen Zwecken an einen bedürftigen Mitautor spendete. Aus meiner bisherigen Erfahrung ist die 3. Variante relativ selten anzutreffen, geschätzt ca. 5% der Fälle, dadurch meine außerordentliche Freude einem solchen Spektakel beiwohnen zu dürfen.
Bei der Analyse im Nachgang fiel mir auf, daß ich in der selben Lokalität 4 Tage zuvor Variante 2 verzeichnen musste. Offenbar hängt das Auftreten einer der drei Varianten also nicht mit der Lokalität selbst oder dort herrschenden Regularien zusammen, sondern vielmehr wird individuell durch das Personal am Schalter entschieden.
Ein Umstand, der mir zeigt, daß es selbst in hochorganisierten Systemen, wie z.B. der Schnellessrestaurantszene, immer noch schwach definierte Flecken gibt, für die eigentlich eine global eindeutige Richtlinie vorhanden sein sollte. Das, oder das Personal wird generell nicht ausreichend in diesem Punkt geschult.
Herzlichst,
Ihr Dick R. Suck
February 17th, 2010 am 12:20 pm
Liebster Herr Suck,
ich möchte nicht ihr Saucenproblem kommentieren – nur soviel: Den McD-Standard zu verlassen und Sauce statt Ei/Essig- oder Tomatenmark zu ordern sollte einem redlichen Autisten körperliche Schmerzen verursachen.
Ich möchte ein anderes von ihnen erwähntes Thema anschneiden: Die Verteilung oben erwähnter Pampe auf der Tablettunterlage mangels Behältnis. Ein Tip vom Schnelless-Profi, versuchen Sie bei ihrem nächsten Schachtelwirt-Besuch doch einmal folgendes: Kippen Sie die Streifenkartoffeln belgischer Art doch einfach in die Oberseite einer der omnipräsenten Schachteln, die die Restaurantkette so berühmt gemacht haben, und entleeren Sie den gewünschten Beutel-, bzw. in ihrem Fall Döscheninhalt darüber!
Herzlichst,
Ihr Benni Schart
February 23rd, 2010 am 2:43 pm
Werte Herren,
wenn Sie meinen Bericht aufmerksam gelesen hätten, wüssten Sie, daß ich mitnichten beim Schotten speiste, sondern es sich um ein köngliches Mahl handelte. Ob eben jenes Gebahren auch beim Schotten zu verzeichnen ist, kann ich mangels ausreichend breiter Datenbasis nicht stochastisch fast sicher behaupten.
Desweiteren läge es mir fern, eine fälschlich zuteil gewordene Sauce auf Tomatenbasis auf die Papierunterlage zu drücken, diese wird selbstredend zum späteren Verzehr im heimischen Kühlschrank gelagert um später sachgerecht auf Fleisch angewendet zu werden.
Herzlichst,
Ihr Dick R. Suck
March 19th, 2010 am 11:00 pm
Herr Suck, ich habe unlängst eine neue Variante erlebt: Ich bestellte das Mal komplett und bezahlte. Nach diesem Vorgang wurde ich gefragt, ob ich Ketchup dazu wolle, und habe diesen instant umsonst bekommen.
April 8th, 2010 am 6:41 pm
Werther Herr Suck, werthe Mitcommentatoren,
auch ich begab mich unlängst neulich in einen der Gourmettempel des Kronenbraters um mir diese frech in Streifen geschnittenen und anschließend gerösteten Kartoffeln zu erwerben, um sie anschließend dem Verzehr zuzuführen.
Bei Einzelkauf sind oben erwähnte Tütchen generell nur per oben erwähntem horrendem Aufpreis erhältlich, weshalb ich dankend ablehnte. Der Kassenlady schien daraufhin sogleich der Schlager „Horst ist mein Held“ durch den Kopf zu gehen, denn sie gab in ihren sicherlich internetfähigen und somit GEZ-pflichtigen Kassenrechner „3,20 Euro“ ein, obgleich ich ihr nur der Münzen 2 überreichte, was mir einen beachtlichen Rabatt von einem Euro einbrachte.
Selbstredend konnten die frisch zubereiteten Kartoffelstreifen geschmacklich überzeugen.
Heldenhaft,
Horst