Spiel gut

Von Armin S.

Werte Mitspieler,

konfrontiert durch einen Minimalkompromiß aus Statik, Geradlinigkeit und Ästhetik, der mir durch die Bauanleitung eines namhaften Spielzeugherstellers aufoktroyiert wurde, fühle ich mich seit heute morgen schwer in meinem autistischen Pedantismus bedrängt. Wie in Abbildung 1 dargestellt, wird die Konstruktion durch den Hersteller empfohlen.

Abb. 1: Minimalkompromiß Bauanleitung

Abb. 1: Minimalkompromiß Bauanleitung


Wie sie sehen, überzeugt der Aufbau zwar einigermaßen in seiner Statik und Haptik (Personen können den Bahnsteig über die Treppe erreichen) jedoch besteht unten durch das obere Element mit halber Bauhöhe ein unschöner Überstand. Für mich also nicht tragbar!

Der selbstentworfene Optimalvorschlag, der meinem Pedantismus Rechnung tragen würde, sähe wie nachfolgend aus (Jedoch wäre hier nur noch Güter- und kein Personenverkehr mehr möglich).

Abb. 2: Klare Linienführung

Abb. 2: Klare Linienführung


Anschliessend noch eine weitere Möglichkeit für Pedanten, die aber statisch nicht unbedingt überzeugt. Jedoch kann hier der Personendurchsatz durch die breitere Treppenkonstruktion optimiert werden. Aus ökonomischer Sicht vielleicht durchaus anzustreben?

Abb. 3: Optimierte Linienführung

Abb. 3: Optimierte Linienführung


Weiteren Vorschlägen gegenüber, die alle geforderten Eigenschaften in sich vereinen, wäre ich offen gegenüber. Solange werde ich nach Fertigstellung dieses Beitrages die Wand anstarren und über weitere Lösungswege sinnieren.

Ratlos, Ihr

Armin S.

Autismuspunkte:

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3 gehaltvolle Beiträge zu “Spiel gut”

  1. I.M. sabbelt:

    Ich denke durch gezielte Unterfuetterung der Variante “optimierte Linienfuehrung” lassen sich durchaus Statikvarianten konstruieren die Variante “klare Linienfuehrung” in nichts nachstehen.

  2. Rudolph Möshammer sabbelt:

    Ich sehe das auch so. Kombinieren sie 2 und 3! Sie verbrauchen dazu zwar etwas mehr Baumaterial, aber wir wollen ja klotzen und nicht klecker!

  3. Armin S. sabbelt:

    Herr Muschisan,

    ich denke, sie wollen vielmehr provozieren, als sich eine ergebnisorientierten Diskussion zu beteiligen. Ein ästhetischer Entwurf erfordert ein gesundes Maß an Askese. Ihr Vorschlag der Unterfütterung fördert hier vielmehr den Bezug zur Massenkonsumgesellschaft, die ich vielmehr mit dieser sozialkritischen Installation und Fragestellung kritisieren möchte. Demnach kann ihr Gedankenspiel niemals zielführend sein.

    Herzlichst, Ihr

    Armin S.

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